Schritt für Schritt zum Networking-Profi

Michael T. Wurster erklärt Dir, wie Du Schritt für Schritt zum Networking-Profi wirst

Ohne ein gutes Netzwerk ist es schwer, im Beruf voranzukommen. Doch wie baut man das richtige Netzwerk auf? Für einen Ratgeber-Artikel, der auf meiner FOCUS-Online-Experten-Kolumne erschien habe ich 2016 einen kompakten Leidfaden über professionelles Networking verfasst. Diesen Ratgeber möchte ich nun in einer leicht abgebwandelten Form in meinem backstage-Blog für Dich nochmal aufgreifen.

Viele Jobs werden über Kontakte vergeben. So manche ausgeschriebene Stellenanzeige ist nur eine formelle Farce, da es bereits einen internen Favoriten gibt. Wer sich also seinen Traumjob erkämpfen möchte, darf sein Netzwerk keinesfalls vernachlässigen. Wie aber funktioniert professionelles Networking?

1. Setze Dir selbst klare Ziele

Je nachdem welche beruflichen oder persönlichen Ziele Du verfolgst, wirst Du ein vollkommen unterschiedliches Netzwerk benötigen. Logisch: Jemand, der im Controlling arbeitet braucht ganz andere Kontakte als ein Sänger oder Handwerker. Stelle Dir deshalb die Frage, was Du eigentlich machen willst. Sobald das geklärt ist starte eine Mindmap und visualisiere welche Arten von Kontakte praktisch wären. Firmenkontakte? Journalisten? Headhunter? Professoren? Und dann beginnt auch schon das Schmieden des Netzwerkes!

2. Geh direkt ins Netz

Wähle ganz gezielt, welche sozialen Netzwerke Du im Internet nutzen willst. Clevere Social-Media-Strategien setzen dabei auf Fokussierung. Es geht eben nicht darum, überall dabei zu sein, sondern sich vielmehr auf die wesentlichen Stellhebel zu fokussieren.

Je nachdem welche beruflichen Ziele man verfolgt bieten sich manche Kanäle mehr an als andere. XING oder LinkedIn sind im Grunde Pflicht und digitalisieren Deinen Lebenslauf für das Worldwide Web. XING erfreut sich großer Beliebtheit in Deutschland und wird insbesondere von Freiberuflern und dem Mittelstand genutzt. LinkedIn richtet sich eher an internationale Player und Konzern-Mitarbeiter. Instagram ist spannend für Personen aus kreativen Berufsfeldern. Und Twitter ist ein Nachrichten-Dienst, der häufig unterschätzt wird. Da Social-Media sehr stark im Wandel sind und sich ständig neue Plattformen erschließen, ist es wichtig zu prüfen, was in Deiner Ziel-Branche von Relevanz ist. Hinterfrage die Empfehlungen von kompetenten(!) Partnern aus dem Netzwerk und entscheide dann darüber, wo Du Accounts anlegen möchtest. Und ganz wichtig: Halte Deine Daten stets aktuell! Synchronisiere die verschiedenen Social-Media-Accounts damit ein einheitliches Bild entsteht. Richtig: Es geht um das ganz große Big-Picture. Und natürlich auch um Authentizität.

3. Reputation vor Aufmerksamkeit

Fast jeder möchte in Social-Media seine Meinung äußern. Aber für die Masse der „Leser“ sind die meisten Meinungsäußerungen – ehrlich gesagt – uninteressant. Wie gelingt es also, dass man Aufmerksamkeit findet? Die Antwort ist leicht: Man muss erst einmal seine eigene Reputation im Netz aufbauen. Vernetze Dich mit anderen, kommentiere fleißig und teile die Beiträge innerhalb der Community. Am Besten immer mit Fokus auf Beiträge, die einen Bezug zu Deinem Themenspektrum haben, da so ein stimmiges Gesamtbild entstehen dürfte.

Dies funktioniert übrigens überraschend einfach auf Twitter. Sei also am besten selbst erst einmal Follower, um die Dynamik der Netzwerke zu verstehen. Anschließend identifizierst Du die Personen, deren Meinung das Netz prägt. Dann wird Deine Meinung auch irgendwann Gewicht haben.

Vorausgesetzt, Du vernachlässigst den Sympathie-Faktor nicht. Sympathie bedeutet natürlich auch die Kommentar-Funktion diplomatisch zu nutzen, denn mit manchen abwertenden „Neid“-Kommentaren kannst Du Dich selbst disqualifizieren. Schließlich mag niemand Klugscheißer…

4. Profi-Networker sind immer auf dem Laufenden

Informationen sind eine wichtige Währung für Profi-Networker. Deshalb musst Du in Deinem Fachbereich, beziehungsweise generell in Deinem Umfeld, immer auf dem Laufenden bleiben: Abonniere die wichtigsten Branchen-Magazine, kenne die Namen der Protagonisten, lege Google-Alerts an, um das Web nach Schlüsselbegriffen oder eben Namen gezielt zu überwachen.

Je nach dem welchen Karriere-Pfad Du einschlagen wirst, macht es auch Sinn, in lokalen Netzwerken und Vereinen aktiv zu sein, um so über aktuelle Nachrichten frühzeitig auf dem Laufenden zu sein. Hier kommt auch wieder der Nachrichtendienst Twitter ins Spiel, da man dadurch fachliche Entwicklungen gut verfolgen kann. Und dann teilst Du Deine neuesten Informationen mit Deinen Partnern, um gemeinsam Vorteile zu nutzen.

5. Wie Projekte Dein Netzwerk verändern und erweitern

Starte doch einfach selbst spannende Projekte und ziehe damit Deine Zielpersonen in Dein Netzwerk!

  • Studenten können Job-Börsen auf dem Campus organisieren und Traumarbeitgeber so einfach zu sich nach Hause einladen (#Heimspiel!).
  • Schüler und natürlich ebenfalls Studenten können Gast-Referenten in den Unterricht einladen, und dadurch direkt mit einer spannenden Zielperson ins Gespräch kommen.
  • Berufseinsteiger können ihre Abschlussarbeit als Buch veröffentlichen und mittels Interviews den Praxis-Wert vergrößern.
  • Unternehmer und Führungskräfte können Charity-Events realisieren und damit nicht nur ihr Netzwerk upgraden sondern einer guten Sache dienen.

Daher: Rangehen und machen! Starte Deine Projekte, abgeleitet von Deiner Strategie und spreche dann mit anderen darüber. Hole Dir Partner ins Boot und bilde dann Projekt-Teams. In dem Augenblick, in dem Du andere emotional an ein Projekt, ein Thema oder gar an Deine Person bindest, hast Du Zugriff auf deren Netzwerke. Schließlich kann jeder Partner seine eigenen Kontakte ins Spiel bringen. So geht es dann Schritt für Schritt in die Champions League des Networkings. Mache genau das und Du wirst eine regelrechte Netzwerk-Architektur entwickeln.

6. Aktiviere Dein Netzwerk!

Sobald Dein persönliches Netzwerk errichtet ist kannst Du den Karriere-Turbo starten:

  • Nutze gezielt „Informanten“ bei Deinen Traumarbeitgebern um zu erfahren, ob intern Stellen offen werden.
  • Suche Dir Mentoren, die eine Referenz in Deinem Lebenslauf darstellen und Dich konsequent für den nächsten Karriere-Sprung drillen.
  • Lasse Dir Empfehlungsschreiben ausstellen und wähle daraus ein aussagekräftiges Statement, das Du auf das Deckblatt Deines Lebenslaufes setzen.

Darüber hinaus kannst Du über Gespräche mit Insidern erfahren, wie die Firmen-Kultur aussieht oder worauf bei der Auswahl von Bewerbern geachtet wird. Du ahnst es ja bereits… Informationen sind eine äußerst wertvolle Währung!

Zum Abschluss noch ein letzter, wichtiger Ratschlag: Mache Dir klar, dass professionelles Networking einen entsprechenden Zeitaufwand erfordert. Du musst reale Projekte planen, in Menschen investieren, Informationen managen und ein klares Profil als Profi-Networker entwickeln. Mache all das und Du wirst Dir ein Netzwerk schmieden, das Dir morgen viele Türen öffnen wird. Versprochen!

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